Rundbrief Januar 2009


„Der einzige Weg der Menschwerdung ist die liebende Vorwegnahme.

Gelingt es, den ersten Augenblick dieser Vorwegnahme durch ein liebendes Auge zu verewigen,

dann ist dieser Menschwerdung der Weg gebahnt.

Die menschliche Gesellschaft wird anhaltend von unaufhaltsamen Menschwerdungen durchzogen,

unter der Bedingung, daß jeder erste Liebende Blick

als Hoher Augenblick Epoche machen darf."

 

Eugen Rosenstock-Huessy, Soziologie Band 2, Die Vollzahl der Zeiten, S. 728


Winterbrief an die Mitglieder  1/2009­­­­­ Januar 2009


Inhalt

1. Einige einleitende Zeilen

Eckart Wilkens

2. Einladung zur Tagung zu «Die Frucht der Lippen» - Eugen Rosenstock-Huessys Vermächtnis

 

Eckart Wilkens

3. Auszüge aus «Die Frucht der Lippen»

zu Matthäus, Markus, Lukas und Johannes

 

alle Vorstandsmitglieder
4. Anmeldeformular zur Tagung, 3.-5. April 2009

Wilmy Verhage

5. Nachrichten 

Andreas Schreck

6. Mitgliederbeitrag Andreas Schreck/Wilmy Verhage

7. Adressänderungen

 

8. Die Eugen Rosenstock-Huessy Gesellschaft

im Internet

Wilmy Verhage


Lothar Mack


1. Einleitende Zeilen


Nun hebt ein neues Jahr an - und es ist ein weiteres Jahr, in dem die Soziologie bei Talheimer noch nicht erschienen ist. Raymond Huessy schrieb von diesem Kapitel, wie es in Dartmouth im Sommer zur Sprache kam:

In Frankfurt ist Michael Gormann-Thelen Jürgen Müller begegnet, Mitglied der Gesellschaft seit anderthalb Jahren und jetzt Vorstandsmitglied. Sie haben bei zwei Treffen die Soziologie erörtert, und er begrüßte die zu offener und freundlicher Erörterung einladende Atmosphäre, ebenso aber auch die Bereitschaft Gottfried Paasches, als neutraler Beobachter mitzuwirken. Die Soziologie wird im Oktober wie vom Verlag angekündigt erscheinen, vielleicht mit leichtem Verzug durch die Sicherheitsüberprüfung des Textes - und dann ist dieses Kapitel abgeschlossen.


So ist es also nicht. Die Rosenstock-Huessy Gesellschaft hat die mehrmalige Forderung nach dem im ersten Vertrag ausgemachten Beitrag damit beantwortet, daß der Verlag die Vereinbarung vom Februar 2008 nicht eingehalten hat, daß die Gesellschaft allenfalls den Betrag von DM 17.500 des Tübinger Protokolls zahlt, unter der Bedingung, daß sie den vollständigen Text vorgelegt kriegt und verläßlich an der Endfassung mitwirken darf. Darauf haben wir bisher nichts mehr gehört. Wir sind bereit, diesen Standpunkt auch bei einer rechtlichen Auseinandersetzung zu halten.

Eckart Wilkens

 


2. Einladung zur Tagung zu «Die Frucht der Lippen» - Eugen Rosenstock-Huessys Vermächtnis an Palmsonntag;
3.-5. April 2009  Haus Salem in Bielefeld


Die nächste Jahrestagung hat das Vermächtnis Rosenstock-Huessys zum Thema, das Kapitel «Die Frucht der Lippen» am Schluß der Sprache des Menschengeschlechts. Wir wollen an den wenigen Tagen nicht den ganzen Text Rosenstock-Huessys lesen und studieren, wie wir das - auch kurz genug - mit «Vivit Deus» 2008 gemacht haben, sondern wollen mit den Augen Rosenstock-Huessys auf die Evangelien selber schauen, wie wir da die von Rosenstock-Huessy gefundene Dynamik im Prozeß des Weitersagens verfolgen können.


Dazu bilden wir vier Gruppen, für jedes Evangelium eine, die auch während der ganzen Tagung zusammenbleibt.

Die vier Gruppen werden von unsern vier Vorstandsmitglieder Wilmy Verhage, Andreas Schreck, Jürgen Müller und Lothar Mack geleitet.

Ich halte am Freitagabend einen einleitenden Vortrag.

Die Methode soll sein, Anfang und Ende der Evangelien genauer zu bestimmen (Rosenstock-Huessy hat sie ja in ihrer Qualität angegeben), aber dann auch die mathematische Mitte der Texte und die qualitative Mitte, den Umkehrpunkt herauszufinden, um auf diese Weise einen Begriff von dem ganzen Prozeß zu bekommen.


Wir wollen das Urbild des Mottos der Argonautik näher bestimmen: „Respondeo etsi mutabor" - „ich antworte, auch wenn ich, ja gerade wenn ich dadurch ein anderer werde". Damit das gelingt, bedürfen wir Ihrer Mitarbeit. Deshalb ergeht unsere Bitte, sich schon mit der Anmeldung für eine der vier Gruppen Matthäus, Markus, Lukas, Johannes zu entscheiden und durch Lektüre die Mitarbeit in der Arbeitsgruppe vorzubereiten. Wenn die Verteilung zu ungleichmäßig wird, behalten wir uns vor, Ihnen vor der Tagung zu sagen, in welche Gruppe wir Sie geschickt haben.


Natürlich soll es auch Plenumssitzungen geben, in denen die Ergebnisse für das ganze Kapitel «Die Frucht der Lippen» zusammengefaßt wird. Diese Tagungsform birgt auch die Chance, die Arbeit im einzelnen auch nach der Tagung - nämlich in den einzelnen Gruppen - fortzusetzen, um endlich zu einer Niederschrift der Ergebnisse zu gelangen. Die Konzeption der Tagung folgt der Aufforderung Rosenstock-Huessys am Ende des Vorworts zu der englischen Fassung, die schon 1954 geschrieben wurde:

„Technisch setzt dieses Buch voraus, daß wer will, die vier Evangelien selber liest. Die einzige Forderung, die auferlegt wird, ist diese: ich behandle Sie als erwachsen und fähig, dem Argument über diese vier Evangelien in ihrer Einheit zu lauschen.

Jede andre Behandlung sähe ich als Beleidigung Ihrer eigenen Belesenheit und Ihres Erwachsenseins an."


Eckart Wilkens

 

 

3. Ein Absatz zu Matthäus, Markus, Lukas und Johannes aus «Frucht der Lippen»


Zu Matthäus:

„Das Evangelium des Matthäus ist eine Abschiedsrede, ein letzter Versuch, Jerusalem davon zu überzeugen, daß sie den Gerechten getötet habe, weil die Juden nicht mehr die Geduld hatten, einen radikalen Wandel in den Methoden zu erwarten, mit denen Gott die Welt regiert."


Eugen Rosenstock-Huessy, Die Sprache des Menschengeschlechts,Bd. II, Seite 820 oben

Lothar Mack


Zu Markus:

„Markus kniet in Petrus' Gottesdienst. Petrus ist für ihn die letzte Autorität. Am Ende seines Evangeliums erkennt er, dass er, Markus, auf Petrus nicht bauen könne, so wenig wie auf irgendeinen anderen sündigen Menschen. Markus (...)  gewann genügend Mut seine Aufgabe als Handlanger des Petrus zu überschreiten. (...) Die Kirche konnte nur entstehen, wenn ein Einziger seinen Namen ihrem Leibe gab. Und Markus ging nach Alexandria im Geiste Gottes, nicht in dem des Petrus."

Eugen Rosenstock-Huessy, Die Sprache des Menschengeschlechts, Bd. II, Seite 837, 3ter Absatz


Over Marcus:

"Marcus knielt gehoorzaam voor Petrus. Voor hem heeft Petrus het hoogste gezag. Aan het eind van zijn evangelie weet hij dat hij, Marcus, op Petrus net zo weinig bouwen kan als op welke zondaar ook. Marcus (...) kreeg tenslotte de moed uit te stijgen boven zijn functie van rechterhand van Petrus. (...) De kerk kan alleen dan één zijn, als er slechts Eén is die de naam geeft aan het lichaam van de kerk. Zo ging Marcus in Gods geest naar Alexandrië, niet in Petrus' geest."

Eugen Rosenstock-Huessy, Vrucht der Lippen, pag. 51, 4e alinea.

Wilmy Verhage


Zu Lukas:

"Lukas war der erste Mann, der damit ausgezeichnet wurde, dass er diesen Wandel in der Bedeutung des Geistes in einem Zweiphasenbuch darstellen durfte. In seinen beiden Bänden wird gezeigt, wie der Geist sich über die Geister erhebt. Über den Genius von Christi eigenem Gang durch Judäa und über den Genius in den Handlungen des apostolischen Zeitalters wird so berichtet, dass es sich um die Facetten des einen Geistes handelt. (...)


Jeder große Historiker nach Lukas hat eine Mehrheit von Zeitgeistern zugestanden und den Versuch unternommen, den einen Geist durch sie alle hindurch scheinen zu lassen. Thukydides hat das noch nicht gekonnt und Livius noch weniger."

Eugen Rosenstock-Huessy, Die Sprache des Menschengeschlechts, Bd. II , S. 829, 2ter Absatz

Wilkenssche Ausgabe, 2008, S.38ff.

Jürgen Müller


Zu Johannes:

„Aber Johannes, der keine äußeren Bezeugungen oder Ereignisse nötig hatte, um seinem Freund Glauben zu schenken, gewann den Anhaltspunkt für sein Schreiben aus der Ewigkeit Gottes, der dem Sohn den Sieg über die losen Kreisläufe des Rituals, der Aionen und Revolutionen über Romane und Mysterien gab. Der Abgrund der Zeiten schließt sich bei Johannes. Er beginnt mit dem Schritt, der nur durch die Kraft des Wortes vollbracht wird, mit seinem Indicativus aeternus «Im Anfang war das Wort». Und so wird Jesus als die Freiheit zum Neuanfang ausgewiesen."

Eugen Rosenstock-Huessy, Die Sprache des Menschengeschlechts, Bd. II , S. 881

Andreas Schreck

 

 

4. Anmeldeformular zur Tagung, 3.-5. April 2009


0  Personen


Name(n):


Übernachtung und Verpflegung von Freitag, 3. April, bis Sonntag, 5. April 2009


0 Einzelzimmer                        110  Euro


0 Doppelzimmer p. P.                95  Euro


0 Vegetarisches Essen


0  eventuelle Allergien:


Nb: Mit eigener Nasszelle sind nur wenige Zimmer ausgestattet, Handtücher bitte mitbringen.


Adresse: Haus Salem, Begegnungs- und Tagungsstätte, Bodelschwinghstr. 181,

33617 Bielefeld-Bethel. Internet www.salem-bethel.de.


Bitte Ihr Anmeldungsformular senden an Wilmy Verhage:


E-Mail:       WVerhage(at)xs4all.nl

Brief:          Mevr. Drs Wilmy Verhage, Olympiaplein 32 A 1,

1076 AC Amsterdam, Niederlande.

 


6. Mitgliederbeitrag 2009


Die „Selbstzahler" unter den Mitgliedern werden gebeten, den Jahresbeitrag in Höhe von € 40. - (Einzelpersonen) auf das Konto Nr. 6430029 bei Sparkasse Bielefeld (BZL 48050161) zu überweisen.


Für Mitglieder in den Niederlanden steht das Kontonummer Girorekening 1877673, Mevrouw W.A.Verhage inzake Eugen Rosenstock-Huessy Genootschap zur Verfügung.

Bescheinigungen über gezahlte Beiträge werden nur auf Anforderung zugesandt, da nach dem Einkommensteuerrecht in Deutschland als steuerlicher Beleg der Kontoauszug bei Beträgen bis

€ 50.-- ausreicht.


De Nederlandse leden die hun bijdrage over 2008 nog niet hebben betaald, krijgen binnenkort een vriendelijk geheugensteuntje.


Andreas Schreck / Wilmy Verhage

 

 

7. Adressänderungen


Wilmy  Verhage hat eine neue E-Mail-Adresse: WVerhage(at)xs4all.nl

Lothar Mack hat eine neue Adresse und Telefonnummer:

Oberdorfstr. 51, CH-5112 Thalheim, Tel. 0(041) 56 443 09 48

 

 

9. Die Eugen Rosenstock-Huessy Gesellschaft im Internet


Die Gesellschaft ist auch im Internet vertreten. Die Adresse lautet www.rosenstock-huessy.com Sie wird von der Schweiz aus betreut.

Verantwortlich für die Technik ist ein Büro in Basel (PC-Tracert, Pascal Steck), die Inhalte koordinieren und veröffentlichen zur Zeit Wilmy Verhage, Lothar Mack und Marianne Hagmann. Marianne ist wie ich aus Thalheim und schon längere Zeit mit dem Metier vertraut.

Rückmeldungen und Mitarbeit sind willkommen; für Letzteres werden wir uns auch selber an einzelne Mitglieder wenden.


Lothar Mack

 

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